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Gemeinde im Aufwind

Ausgewählte Beiträge 


Auf dieser Seite finden Sie ausgesuchte Vorträge sowie Zeitungsartikel und uns übersandte Beiträge zum Lesen oder Download.

Weiter unten haben wir einige interessante Links für Sie zusammengestellt.


Konzern Kirche?

Ortsgemeinde in Gefahr!

Seit etwa zehn Jahren beobachte ich eine Entwicklung, die mich und viele Menschen in unseren Gemeinden beunruhigt. Ausgehend von den Zielvorgaben des „Impulspapiers ‚Kirche der Freiheit’“ des Jahres 2006 versucht eine von der EKD-Führung eingesetzte „Steuerungsgruppe“, zusammen mit dem von ihr finanzierten „Projektbüro Reformprozess“ (Siehe >www.kirche-im-aufbruch.ekd.de<), den sogenannten „Reformprozess“ deutschlandweit voranzutreiben und dessen bisherige „Umsetzungsdefizite“ zu beseitigen. Auch einige Leitungspersonen und Gremien in unserer Nordkirche bemühen sich darum, möglichst flächendeckend größere, manchmal riesige Einheiten zu schaffen: „Regionen“ bzw. „Kirchspiele“ oder „Gestaltungsräume“.

Ich persönlich weiß aus eigenem Erleben (nach 35 Jahren eines Lebens als Gemeindepastor in unserer Landeskirche), dass viele unserer Gemeinden schon längst ganz selbstverständlich mit ihren Nachbarn in der Region freiwillig zusammengearbeitet und gemeinsame Projekte gestaltet haben usw. Schon heute gibt es viele solcher zwischengemeindlichen Netzwerke. An die Stelle dieser freiwillig gelebten, in der „Chemie des Miteinanders“ ungezwungenen Regionalität soll jetzt aber eine von oben her verordnete und erzwungene „Regionalisierung“ treten. Diese wiederum ist oft nichts anderes als die Vorstufe zu einer „Fusionierung“ der betroffenen Gemeinden, sodass im Endergebnis immer mehr riesenhafte, unüberschaubare Großgemeinden entstehen werden.

Zugunsten kostspieliger regionaler „Leuchtfeuer“ bzw. „Kompetenzzentren“ würde die Selbstgestaltung insbesondere unserer ländlichen Ortsgemeinden immer mehr ausgehöhlt werden. Die geistliche Erdung bzw. religiöse Bodenhaftung unserer ganzen Kirche, ihre gesellschaftliche Verwurzelung und Vernetzung vor Ort, die Nähe zu den Menschen an der Basis, würden dann immer mehr verlorengehen.

Am Horizont erscheint manchmal schon die Horrorvision eines „Konzern Kirche“, bei dem die Ortsgemeinden nur noch Filialen einer großen Firma sind, die mit Hilfe von „Filialleitern“ (sprich: Pastor(inn)en und Kirchengemeinderäten) zentral bzw. hierarchisch („top-down“ = von oben her) „gesteuert“ werden.

Durch die von oben her forcierte „Regionalisierung“ soll einem angeblich vorhandenen „lokalen Mief“ bzw. einer „parochialen Milieuverengung“ begegnet werden. Dieses Bild von unseren Ortsgemeinden ist jedoch ein falscher Mythos, der einer kritischen Prüfung nicht standhält und der in der theologisch-wissenschaftlichen Forschung längst widerlegt ist, - z. B. in dem Buch „Kirche im Reformstress“ von Prof. Isolde Karle (Uni Bochum). Ein anderer Autor, Pfarrer Siegfried Eckert (Bonn), macht in seinem kürzlich erschienenen Buch „Zweitausendsiebzehn. Reformation statt Reförmchen“ deutlich: Das ganz normale, oft allzu menschliche Leben einer überschaubaren Ortsgemeinde ist etwas unendlich Kostbares, das erst einmal entdeckt und wertgeschätzt werden muss und das durch keine „Reform von oben“ ersetzt oder verbessert werden kann.      

Vor zwei Jahren habe ich, zusammen mit vielen Freunden, einen Verein gegründet, der auch in dieser Frage für das Prinzip der Freiwilligkeit eintritt (siehe www.gemeinde-im-aufwind.de). Dieses „Bündnis zur Stärkung der Ortsgemeinden in der Nordkirche“ setzt sich dafür ein, daß die in der Verfassung der Nordkirche (Artikel 5 und 20) theoretisch feierlich verbrieften Grundsätze („Subsidiarität“ im Leben der Gesamtkirche, Selbstbestimmung und Selbstverwaltung der Ortsgemeinden) nicht doch faktisch ausgehöhlt, sondern vielmehr ernstgenommen und praktisch umgesetzt werden.

Konkret und aktuell: Im Blick auf das Kirchenkreis-Verwaltungsgesetz, das im Herbst 2016 von der Landessynode verabschiedet werden soll, fordern wir dringend, daß dieses Gesetz wirklich (und nicht nur scheinbar) verfassungsgemäß gestaltet wird, d. h. anhand dieser gültigen Grundsätze unserer Verfassung: Subsidiarität und Selbstgestaltung der Gemeinden.

 

Christian Ottemann

für EZ 39 (27.09.2015)


 

Antrag auf Änderung des Kirchenkreisverwaltungsgesetzes

Der Vorstand unseres Vereines hat einen Antrag ausgearbeitet, der den Abnahmezwang von Leistungen der Kirchenkreisverwaltung von einer "MUSS" in eine "SOLL" Bestimmung fordert, um somit den Kirchengemeinden die Wahl zu lassen, welche Leistungen sie von der Kirchenkreisverwaltung beziehen will.

Dieser Antrag steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.


Erklärung zum Thema:

 „Regionalisierung in der Nordkirche“

 

Liebe Freunde der evangelischen Ortsgemeinde,

seit einigen Jahren, verstärkt in den vergangenen Monaten, beobachten wir eine Entwicklung, die viele von uns beunruhigt. Ausgehend von den Zielvorgaben des „Impulspapiers ‚Kirche der Freiheit’“ des Jahres 2006 versucht eine von der EKD-Führung eingesetzte „Steuerungsgruppe“, zusammen mit dem von ihr finanzierten „Projektbüro Reformprozess“ (Siehe >www.kirche-im-aufbruch.ekd.de<), den sogenannten „Reformprozess“ weiter voranzutreiben und dessen bisherige „Umsetzungsdefizite“ zu beseitigen. Auch einige Leitungspersonen und Leitungsgremien in unserer Nordkirche bemühen sich massiv darum, möglichst flächendeckend gemeindeübergreifende Einheiten bzw. „Gestaltungsräume“ oder „Kirchspiele“ zu schaffen.

Diese Versuche sind zum Teil noch nicht öffentlich bekannt, werden aber intern bereits unter Hochdruck vorbereitet. Zugrunde liegen jeweils strategische Konzepte der sogenannten „Regionalisierung“, durch die z. B. einer angeblich bestehenden „parochialen Milieuverengung“ in der Ortsgemeinde, dem Mitgliederschwund der Kirche und dem Rückgang ihrer Finanzen begegnet werden soll.

Wir als Verein „Gemeinde im Aufwind“ verstehen uns als Anwälte für die in der Verfassung der Nordkirche (Artikel 5) verbriefte Selbstbestimmung und Selbstverwaltung unserer Ortsgemeinden. Wir stellen daher alle diese Pläne einer „verordneten Regionalisierung“ kritisch in Frage, und zwar aus drei Gründen:

1.      Die Argumente, die für die „Regionalisierung“ angeführt werden, bestehen zum Großteil darin, dass angstmachende Schreckgespenster, z. B. „demographischer Wandel“, „Mitgliederschwund“ oder „dramatischer Finanzrückgang“ an die Wand gemalt werden. Diesem negativen Zukunftsbild soll dann durch das „Heilmittel Regionalisierung“ begegnet werden.

2.      Die geplanten Regionalisierungen sind nichts Anderes als ein künstlich erzeugter „Rückzug aus der Fläche“. Insbesondere unseren ländlichen Ortsgemeinden wird dadurch - zugunsten sogenannter „kirchlicher Zentren“ bzw. „Leuchttürme“ - ihre Selbständigkeit genommen. Die religiöse „Bodenhaftung“ unserer Kirche, ihre soziale Verwurzelung und die personale Verflochtenheit mit den Menschen vor Ort, gehen verloren.

3.      Die oftmals angeführten Vorteile der „Regionalisierung“ sind bisher noch nicht belegt bzw. nachgewiesen. Im Gegenteil: Eine wirkliche Entlastung der haupt- bzw. ehrenamtlichem Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fand nicht statt; finanzielle Einsparungen wurden nicht erzielt.

Wir wünschen uns daher eine offene und konstruktive Diskussion, bei der auch andere Modelle der Zusammenarbeit zwischen Gemeinden wahrgenommen und ernstgenommen werden. Wir plädieren für zwischengemeindliche Netzwerke, die auf Freiwilligkeit beruhen.

Wir sind davon überzeugt: Unsere Kirche ist kein Wirtschaftsunternehmen, und unser Glaube ist kein Produkt, für dessen Herstellung und Vertrieb wir eine Optimierungsstrategie benötigen. Beim Gedanken an die Zusammenarbeit zweier selbständiger Gemeinden darf es nicht in erster Linie um „Synergieeffekte“ oder „Effizienzsteigerung“ gehen. Vielmehr sollten die selbständig formulierten Bedürfnisse der betroffenen Gemeinden im Vordergrund stehen.

In unserer Nordkirche brauchen wir keine Strukturdebatten mehr. Wir brauchen selbstbewusste Gemeinden, die ohne Reformdruck auf das Wort hören und sich auf die Wurzeln unseres Glaubens besinnen können.

Gettorf, den 15. September 2014

„Gemeinde im Aufwind“ e. V.

            Der Vorstand

 

Die Erklärung zur Regionalisierung steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.


              Zeitungsartikel

           

Die mündige Gemeinde

Die mündige Gemeinde

Eine protestantische Zeitung unserer MitstreiterInnen vom Gemeindebund aus Brandenburg

www.gemeindebund-online.de

 


Ev.-Zeitung - Artikel vom 22.02.2013

Freiheit der Gemeinden gefährdet

Freies Forum Ortsgemeinde kritisiert Kirchenkreisverwaltungsgesetz


 

 

Prof. Blaschke / Schultz / Dr. Ottemann

Download hier

 

Freies Forum Ortsgemeinde am 01.09.2012 in Hamburg

Vortrag von Pfarrer Taig (Hospitalkirche Hof)

Die Ortsgemeinde als Befehlsempfänger und Bittsteller? 


 

 

Taig / Schuster / Schultz

Download hier

 

   
   

...und hier noch einige interessante Links


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Die Firma MARY-DITH Consulting Arndt Schultz bietet eine freie Beratung von Kirchengemeinden in Finanz-, Struktur- und Verwaltungsangelegenheiten und hilft und unterstützt diese somit in ihrem Streben nach Selbstbestimmung und Selbstverwaltung. 


Wort-Meldungen


Zu unseren Mitgliedern zählt zum Beispiel die Kirchengemeinde Halstenbek, die sich gemeinsam mit anderen Kirchengemeinden in einem offenen, kritischen Brief bezüglich des Selbstverwaltungsrechtes an die Kirchenleitung gewandt hat.

Hier gelangen Sie auf die Homepage und zum offenen Brief der Kirchengemeinde

Halstenbek 


süderhastedt

www.kirche-suederhastedt.de

Die Kirchengemeinde

Süderhastedt

ist Mitglied der Initiative Ortsgemeinde in Dithmarschen sowie Vordenker und Mitbegründerin vom Freien Forum Ortsgemeinde.   


kronprinzenkoog

www.kirchekronprinzenkoog.de

 

Die Kirchengemeinde der

"Vereinigten Süderdithmarscher Köge"

ist Mitglied der Initiative Ortsgemeinde in Dithmarschen sowie Vordenker und Mitbegründerin vom Freien Forum Ortsgemeinde.

 

 


aufbruch gemeinde

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Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

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Ökonomisierung, Hierarchisierung und
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